Notfall-Narkose
RSI-Checklisten
Zielgruppe: Notärzt:innen, Rettungsfachpersonal, Lehrende
Die Notfall-Narkose
Selten, nicht nüchtern, meist schwer krank oder verletzt: Die präklinische Notfall-Narkose findet unter denkbar schlechten Bedingungen statt.
RSI?
RSI steht für Rapid Sequence Induction, auf Deutsch Blitz- oder Ileuseinleitung. Hypnotikum, Analgetikum und Muskelrelaxans werden in rascher Folge gegeben, um den Atemweg bei nicht nüchternen Patient:innen möglichst schnell mit einem Endotrachealtubus zu sichern und das Aspirationsrisiko gering zu halten.
Checklisten
In vielen Kliniken gehören Checklisten vor jeder Narkoseeinleitung zum Standard, und das unter kontrollierten Bedingungen. Präklinisch sind die Bedingungen meist deutlich herausfordernder. Trotzdem gehören «RSI-Checklisten» bei Notfall-Narkosen noch nicht flächendeckend zum Ablauf.
RSI-Checklisten sind nicht neu: Seit vielen Jahren gibt es verschiedenste durchdachte Konzepte, bis hin zu Schablonen, auf denen alle benötigten Materialien ausgelegt werden.
Unser Konzept
Als Notärzt:in (NA) arbeitet man häufig in neu zusammengesetzten Teams mit unterschiedlicher Ausrüstung und Medikamenten. Unser Anspruch war deshalb ein möglichst alltagstaugliches und universelles Konzept, das unter Anleitung der NA auch von Erstanwender:innen intuitiv genutzt werden kann. Der Inhalt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Unser Konzept besteht aus drei laminierten Karten im A6-Format, die in jede «Oberschenkeltasche» passen:
- Karte 1: Die eigentliche RSI-Checkliste
- Vorderseite
- Team-Time-Out
- Final Check
- Rückseite
- Check nach der Intubation
- Check vor Transportbeginn im RTW
- Spickzettel für den Beatmungsnotfall
- Vorderseite
Neu an unserem Konzept ist, dass mit der Aufgabenverteilung eigene Checklisten an die Teammitglieder ausgegeben werden:
- Karte 2: Material-Checkliste
- Karte 3: Medikamenten-Checkliste mit «Rezeptauswahl» durch NA
Im Idealfall behalten die Teammitglieder nach abgeschlossener Vorbereitung ihre zugewiesenen Rollen bei der Narkoseeinleitung:
- Material A+B vorbereiten → Assistenz bei der Intubation
- Medikamente vorbereiten → Medikamente verabreichen
Der Ablauf
- Team-Time-Out
nach dem «10 Sekunden für 10 Minuten»-Prinzip- Aufgabenverteilung
- Übergabe der Checklisten mit Ansage der «Rezeptauswahl»
- Beginn der Präoxygenierung
- Final Check, z. B. durch NEF-Fahrer:in
Laut vorlesen – Antwort abwarten – Abhaken -
- NIV
- Non-invasive Ventilation. Zur verbesserten Präoxygenierung von Patient:innen mit erhaltener Atmung und Schutzreflexen
- DSI
- Delayed Sequence Induction. Sedierung agitierter Patient:innen, um vor der eigentlichen Narkoseeinleitung und Intubation eine ausreichende Präoxygenierung, zum Beispiel mittels NIV, zu ermöglichen
- SALAD
- Suction-Assisted Laryngoscopy and Airway Decontamination. Absaugtechnik, die bei Erbrechen oder Blut im Rachen während der Intubation die Sicht auf die Atemwege freihält
- Die eigentliche Narkoseeinleitung

Nach der Intubation
- Check nach der Intubation
Laut vorlesen – Antwort abwarten – Abhaken - Check vor Transportbeginn im RTW
- Spickzettel für den Beatmungsnotfall

Material-Checkliste
Vorbereiten und abhaken, nicht vorlesen.

Medikamenten-Checkliste
Vorbereiten und abhaken, nicht vorlesen, nicht verabreichen.
Die Versionen für die Schweiz und Deutschland unterscheiden sich bei einzelnen Medikamenten und Dosierungen.
Download
Alle Karten als PDF, Stand 21.10.2026. A4 quer zum Ausdrucken, A6 im Kartenformat.
Schweiz
Deutschland
Bastelanleitung
- RSI-Checkliste: Vorder- und Rückseite gemeinsam laminieren.
- Material- und Medikamenten-Checkliste jeweils einzeln laminieren.
Die Checklisten ersetzen keine Ausbildung. Es gelten die lokalen Vorgaben und Konzepte der ärztlichen Verantwortlichen.
Dein Feedback zu den RSI-Checklisten
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